Prinzip
- Unter Manueller Lymphdrainage verstehen wir manuelles Abdrainieren (Ab- und Weiterleitung) der Gewebsflüssigkeit über die Gewebsspalten bzw. Lymphgefäße.
- Das Prinzip der Manuellen Lymphdrainage beruht im Gegensatz zu der herkouml;mmlichen Massage auf einer bestimmten Grifftechnik: rhythmisch- kreisende-pumpende Griffe durch flaches Auflegen der Finger bzw. Hände bei Feindosiertem Druck.
- Was verstehen wir unter Lymphe? Lymphe besteht aus Eiweiß, Stoffwechselschlacken und Entzündungsprodukten in Armen und Beinen; im Bauchraum wird diese Flüssigkeitsmischung noch durch Fett ergänzt. Als Transportmittel für diese Stoffe dient Wasser.
Das Lymphödem
Ein Lymphödem ist eine Erkrankung des Lymphgefäßsystems. Das Lymphgefäßsystem ist für den Abtransport von Flüssigkeit und Eiweiß aus dem Gewebe verantwortlich. Kommt es zu einer Störung der Transportkapazität, bleibt die Flüssigkeit und Eiweiß im Gewebe zurück und es entsteht eine Schwellung - das Lymphödem.
Lymphödeme können durch angeborene Missbildungen oder Funktionsst örungen des Lymphgefäßsystems - primäres Lymphödem - oder als Folge von Operationen, Bestrahlungen, Infektionen oder Verletzungen - sekundäres Lymphödem - entstehen.
Bei dem Lymphödem handelt es sich um Lymphflüssigkeitsansammlung im Gewebe. Wir unterscheiden zwei Erscheinungsformen: primäres(angeborenes) und sekundäres (erworbenes)Lymphödem
Stadien des Lymphödems
- Stadium 1 - Eindrückbares, reversibles Ödem, das sich am Ende des Tages oder nach Anstrengung bildet und nach nächtlicher Ruhe spontan verschwindet.
- Stadium 2 - reversibles Ödem mit Ekzem und Erysipel (Wundrose), das nicht mehr spontan verschwindet aber mit gezielter Behandlung beseitigen lässt.
- Stadium 3 - kaum eindrückbares (wegen Fibrosklerose), irreversibles Ödem mit Komplikationen -fachkundige Behandlung notwendig !!!
- Stadium 4 - Elephantitis, irreversibles Ödem mit Komplikationen - fachkundige Behandlung notwendig!!!
Woran können Sie ein Lymphödem erkennen?
- Zehen oder Finger schwellen an, Sie können am Grundgelenk der betroffenen Extremität keine Hautfalte abheben (sog. positives Stemmer'sches Zeichen).
- verstärkte Hautfalten an Zehen- oder Fingergrundgelenken und am Sprunggelenk. <7li>
- aufgetriebener Fuß- oder Handrücken.
- verstärkte Wulstbildungen an den Knien oder Ellenbogen
Therapie:
Die Behandlungsmethode der Wahl beim Lymphödem ist die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE). Diese Therapie setzt sich aus 4 verschiedenen Komponenten zusammen:
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Manuelle Lymphdrainage
.. ist eine speziell entwickelte Massageart um die Transportkapazität des Lymphgefäßsystems zu steigern und damit den Abtransport des Ödems zu ermöglichen. -
Kompression
.. die Bandagierung oder das Tragen von Kompressionsstrümpfen vermindert ebenso die Schwellung und verhindert vor allem die neuerliche Zunahme des Ödems. -
Bewegungsübungen
.. durch gezielte Gymnastik kommt es ebenfalls zu einer Steigerung des Lymphtransportes und damit zu einer Abnahme des Ödems.
Die geschichtliche Entwicklung der Manuellen Lymphdrainage der letzten 50 Jahre von einer Außenseitermethode zu einem anerkannten Heilverfahren ist durch 3 wegweisende Impulse gekennzeichnet:
- Klinisch / experimentelle Untersuchungen über die Pathophysiologie des Lymphgefäßsystems (FÖLDI)
- Modifikation der alten Grifftechnik nach VODDER einhergehend mit klinischen Erfahrungen (ASDONK)
- Neue Methoden der Volumenmessung und die statistische Erfassung des untersuchten Krankengutes (KUHNKE)
Indikationen
- Durch einen strengen, durch Behandlungsergebnisse gesicherten Indikationskatalog, besteht über die Notwendigkeit der Lymphdrainagetherapie bei lymphödematösen Extremitäten kein Zweifel mehr.
- Namentlich in der Krebsnachsorge hat die Manuelle Lymphdrainage ihren festen Platz.
Hinzugekommen sind weitere Indikationsbereiche für die Anwendung der Manuellen Lymphdrainage als eine begleitende, ergänzende und unterstützende Maßnahme im Rahmen eines physikalischen Behandlungskonzeptes. Hierzu sind zu erwähnen
- die akuten und chronischen Folgen von Traumen und Sportverletzungen
- die Erkrankungen der Extremitäten einhergehend mit Muskel-Knochen- Atrophie (Morbus Sudeck)
- Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
- Muskelverhärtungen
- frische und ältere Hautnarben
- Hautkrankheiten, wie Akne und Rosacea.
In einem eigenen, von Arterien und Venen getrennten Gefäßsystem, den so genannten Lymphgefäßen, wird diese Flüssigkeit zum Herz transportiert.
Die tägliche, auf diese Weise transportierte Flüssigkeitsmenge liegt bei circa zwei bis vier Liter.
Das Lymphöden bedeutet keine schicksalhafte Erkrankung, die man erleiden muss, ohne etwas dagegen tun zu können.
